Crash-Testauswertung Mercedes M-Klasse, durchgeführt vom ÖAMTC
Zusammenfassung:Beim Mercedes M-Klasse handelt es sich um ein schon älteres Design, das hauptsächlich für den amerikanischen Markt konzipiert wurde. In den USA muss ein Fahrzeug auch dem nicht angeschnallten Lenker Schutz bieten, daher unterscheidet sich die Design-Philosophie von der für Autos, die ausschließlich für den europäischen Markt bestimmt sind. Das wirkt sich besonders im Kniebereich aus. Die solide Karosserie des Mercedes M-Klasse schützt die Insassen, doch durch die Rückhaltesysteme kommt es zu einer hohen Brustbelastung des Lenkers und des Beifahrers. Beim Seitenaufpralltest wurden besonders gute Ergebnisse erzielt, da Seitenairbags zum Schutz des Kopfes serienmäßig sind. Die Ergebnisse für die Kinderrückhaltesysteme sind insgesamt annehmbar, doch beim Frontaufprall war der Schutz für den Kopf des dreijährigen Dummies mangelhaft. Der Fußgängerschutz ist völlig unzureichend. |
Frontaufprall:
Für die Karosserie wurden gute Ergebnisse erzielt, Fußraum und Türrahmen verformten sich kaum. Der Kopf des Lenkers prallte trotz Airbag gegen das Lenkrad, was zu Verletzungen führen kann. Der Mittelsitz der Rückbank ist mit einem Dreipunktgurt ausgestattet, der wesentlich sicherer ist als ein einfacher Beckengurt, doch besteht der Verdacht, dass der Gurt auch bei nicht richtig eingerasteter Rückenlehne verwendet werden kann und was gefährlich wäre.
Seitenaufprall:
Besonders eindrucksvoll waren die Ergebnisse beim Seitenaufpralltest: ein Seitenairbag zum Schutz des Oberkörpers und ein Vorhang-Kopf-Airbag sind serienmäßig und schützen sowohl die Insassen auf den Vorder- als auch auf den Rücksitzen. Die Mercedes M-Klasse erzielte beim Seitenaufpralltest die höchste Punktezahl.
Kinderrückhaltesysteme:
Ein in zwei Sprachen verfasster Text auf einem Aufkleber weist zwar darauf hin, dass bei Verwendung eines rückwärtsgerichteten Kindersitzes auf einem Sitz mit Airbag für das Kleinkind ein erhöhtes Verletzungsrisiko bzw. potentielle Lebensgefahr besteht, doch lassen sich die Aufkleber ablösen. Beide Kindersitze wurden in vorwärtsgerichteter Position an zwei ISOFIX-Befestigungspunkten auf den Rücksitzen montiert. Für das dreijährige Kind wäre die Verwendung eines zusätzlichen oberen Gurtes günstiger, da der Kopf des Dummies nicht geschützt war, für das Eineinhalbjährige Kind wäre ein rückwärtsgerichteter Sitz sicherer. Die von Mercedes angebotenen Kindersitze sind mit Sensoren ausgestattet, die dem Fahrzeug melden, ob ein Kindersitz auf dem Beifahrersitz montiert ist, in diesem Fall wird der Beifahrerairbag automatisch ausgeschaltet.
Fußgängerschutz:
Die Fahrzeugfront ist sehr steif, wenngleich einige wenige Stellen auf der Motorhaube einen gewissen Schutz bieten: insgesamt jedoch ein enttäuschendes Ergebnis.