Ende der 1960er Jahre geriet der bis dahin sehr erfolgreiche VW Käfer in eine technische Sackgasse. Der Grundaufbau mit luftgekühltem Heckmotor ließ keine nennenswerten Innovationen mehr zu, vor allem das geringe Platzangebot in der wulstigen Karosserie und der zu kleine Gepäckraum blieben hinter den Wettbewerbern zurück. Der Konzern entschloss sich zu einer grundlegend neuen Fahrzeugkonzeption.
Die Geschichte des Golf GTIDer Entwurf für den Golf der ersten Generation, den Golf I, mit seiner charakteristischen Form geht auf den Designer Giorgio Giugiaro zurück, der damit auch das gestalterische Grundkonzept für alle folgenden Golf-Modelle schuf. |
Nach Modellen wie dem Simca 1100 (1967–1981) kam 1974 mit dem VW Golf I auch von VW ein kleines Kompaktauto auf den Markt, das für jedermann erschwinglich war und trotzdem einen uneingeschränkten Alltagsnutzwert und gute Fahrleistungen bot. Von den seinerzeitigen deutschen Konkurrenzprodukten Opel Kadett und Ford Escort unterschied er sich vor allem durch den quer eingebauten Motor, den Frontantrieb, die breite hintere Dachsäule (C-Säule) und insbesondere durch die Abkehr vom klassischen Stufenheck.
Im Jahr 2004 wurden die ersten VW Golf 30 Jahre alt und können damit offiziell als Oldtimer zugelassen werden.
Der VW Golf ist das umsatzstärkste Modell des Volkswagenkonzerns und trägt maßgeblich zum Erfolg von Volkswagen bei. Zum Zeitpunkt des Produktionsstarts Mitte 1974 bedeutete er die Rettung des finanziell stark angeschlagenen VW-Konzerns. Bereits im Frühjahr 1974 war als Sportcoupé auf Basis des Golf der Scirocco präsentiert worden. Mit ihm und dem im Jahre 1973 eingeführten VW Passat begann bei VW die Ablösung der Modelle mit Luftkühlung und Heckantrieb durch moderne frontgetriebene Fahrzeuge mit wassergekühlten Motoren, die bei der VW-Tochter Audi schon lange vorher im Programm waren. Ursprünglich war ein unter der Bezeichnung EA 266 entwickelter Wagen mit Mittelmotor und dem VW-typischen Heckantrieb als Nachfolger des Käfers geplant. Dieser stand 1971 vor der Serieneinführung, wurde aber vom neuen VW-Chef Rudolf Leiding wieder verworfen. Gründe waren zu hohe Produktionskosten und die ungünstige Lage des Motors unter der Rücksitzbank, der das Fahrzeug nicht besonders wartungsfreundlich machte und zudem eine Aufheizung des Innenraums verursachte. Innerhalb von weniger als 18 Monaten wurde dann ein Ersatz für diese Studie entwickelt, welche dem ersten Golf 1 schon sehr nahe kam.
In Europa ist der Golf das meistverkaufte Modell und gilt insgesamt neben dem Toyota Corolla als das meistverkaufte Kraftfahrzeug. Als am 25. Juni 2002 Golf Nummer 21.517.415 vom Band lief, überholte man VW-intern den bis dahin führenden VW Käfer. In Deutschland ist der VW Golf seit 1975 das meistverkaufte Auto – unterbrochen nur durch das Jahr 1980, in dem der Mercedes-Benz W123 knapp vorn lag. Allerdings lag der damals brandneue VW Jetta auf Platz 5 der Zulassungsstatistik. Im erfolgreichsten Jahr wurden 414.132 Golf allein in Deutschland zugelassen (ohne Jetta oder Vento). Am 23. März 2007 wurde der 25-millionste VW Golf produziert, bei dem Jubiläumsmodell handelte es sich um einen tornadoroten Golf V Sportline 1,4 l TSI mit 140 PS, dieser steht seit dem im VW-Werk in Wolfsburg, alle Mitarbeiter die an diesem mitgearbeitet haben durften auf ihm Unterschreiben.